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The Witcher 3: Songs of the Past
The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past | Copyright: CD PROJEKT RED

Was wäre The Witcher ohne seine Musik? Ohne jene Melodien, die uns durch die Landschaften von Velen begleiten, die raue Atmosphäre Skelliges einfangen oder selbst vermeintlich unscheinbaren Begegnungen eine besondere emotionale Tiefe verleihen? Wohl nur halb so schön. Mit The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past kehrt Geralt erneut zurück und bekommt nicht nur eine neue Geschichte spendiert, sondern auch frische Musik und einige technische Verbesserungen.


Im Rahmen unserer Gespräche mit CD Projekt Red und Fool’s Theory konnten wir mit Jakub Rokosz, Despoina Anetaki, Miles Tost und Karolina Kuzia-Rokosz über die musikalische Gestaltung der Erweiterung sprechen. Dabei wurde deutlich: Der neue Soundtrack soll weit mehr sein als eine hübsche akustische Untermalung.

Alte Bekannte und neue musikalische Ideen

Dass die Musik bei Songs of the Past eine wichtige Rolle spielen wird, lässt bereits der Titel vermuten. Schließlich dreht sich die Erweiterung um Rittersporn, seine Vergangenheit und die besondere Freundschaft zwischen dem Barden und Geralt.

Für die musikalische Umsetzung greift CD Projekt Red unter anderem auf vertraute Namen zurück. Mit Marcin Przybyłowicz ist einer der Komponisten des ursprünglichen The Witcher 3-Soundtracks erneut beteiligt. Hinzu kommt Senior Composer Magdalena Urbańska, die das Audioteam leitet. Auch Percival kehrt zurück.

Despoina Anetaki, Senior Quest Designer bei CD Projekt Red, zeigte sich im Gespräch entsprechend begeistert:

„Wir haben fantastische Leute dabei, beispielsweise Magda Urbańska als Senior Composer. Außerdem kehrt Marcin Przybyłowicz zurück, der bereits am ursprünglichen Soundtrack von The Witcher 3 gearbeitet hat. Er ist großartig. Ich höre seine Musik ständig. Auch Percival ist wieder dabei.“

Infos zum Spiel

  • Release: 2027
  • Plattform: PS5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch 2
  • Entwickler: CD PROJEKT RED
  • Offizielle Website

Auch Karolina Kuzia-Rokosz von Fool’s Theory bestätigte, dass eigens für die Erweiterung neue Stücke komponiert werden. Erste musikalische Eindrücke sollen Fans bereits über die Steam-Seite erhalten können. Welche musikalischen Überraschungen darüber hinaus auf uns warten, bleibt allerdings offen. Zumindest eine Sache steht fest:

„Die titelgebenden Songs of the Past werden ein wichtiger Bestandteil der Geschichte sein. Aber das möchten wir vorerst noch im Dunkeln lassen, damit die Spieler es selbst entdecken und herausfinden können.“ – Karolina Kuzia-Rokosz

Tja, da werden wir uns wohl noch ein bisschen gedulden müssen.

Wenn die Geschichte den Ton angibt

Wie entsteht eigentlich die Musik für eine Geschichte, deren emotionale Wirkung so stark von ihren Figuren und den Entscheidungen der Spieler abhängt? Und wann entscheiden die Entwickler, welche musikalische Stimmung eine bestimmte Szene benötigt?

Für Despoina Anetaki beginnt diese Arbeit lange bevor die fertigen Szenen im Spiel zu sehen sind. Quest Designer und Komponisten tauschen sich eng miteinander aus, damit die Musik die erzählerische Absicht unterstützt.

„Es ist nicht so, dass diese Dinge unabhängig voneinander entstehen. Sie werden immer gemeinsam entwickelt, damit die Komponisten wissen, was wir erreichen wollen und die Musik wirklich die Emotionen auslöst, die wir bei den Spielern hervorrufen möchten.“

Der entscheidende Ausgangspunkt ist also nicht die Frage, welches Musikstück besonders gut klingt, sondern welche Gefühle eine Szene vermitteln soll.

„Eine der wichtigsten Fragen, die sich ein Quest Designer stellt, lautet: Was soll der Spieler in diesem Moment fühlen?“

Jakub Rokosz, Game Director bei Fool’s Theory

Diese Überlegung bestimmt nicht nur die musikalische Gestaltung. Auch Autoren, Level Designer und die Verantwortlichen für die Zwischensequenzen müssen darauf hinarbeiten, dass die einzelnen Elemente ineinandergreifen.

Entscheidend ist dabei das richtige Zusammenspiel. Eine emotionale Szene braucht nicht zwangsläufig eine große musikalische Inszenierung. Viel wichtiger ist, dass Bild, Handlung und Musik dieselbe Geschichte erzählen. Neu ist dieser Ansatz allerdings nicht. Schon beim ursprünglichen The Witcher 3 reagierte die Musik dynamisch auf das Spielgeschehen. Rokosz erinnert sich: „Musik ist ein integraler Bestandteil der Witcher-Spiele. Im Hauptspiel haben wir viel Arbeit investiert, damit die Musik dynamisch auf die Dinge reagiert, die auf dem Bildschirm passieren, um Spannung oder Emotionen beim Spieler hervorzurufen.“

Für die neue Erweiterung soll dieses Zusammenspiel erneut eine zentrale Rolle übernehmen.

Rittersporn und das wichtige Motiv

Besonders interessant wird dieser Ansatz durch Rittersporn. Der wortgewandte Barde gehört seit jeher zu den unterhaltsamsten Figuren des Witcher-Universums. Doch hinter seiner oftmals humorvollen Fassade steckt ein Mensch, über dessen Vergangenheit wir bislang vergleichsweise wenig erfahren haben. Genau hier setzt Songs of the Past an. Die Erweiterung führt Rittersporn zurück zu seinen familiären Wurzeln und beleuchtet bislang weniger bekannte Seiten seines Charakters.

Dass ausgerechnet die künstlerische Identität des Barden dabei eine wichtige Rolle übernimmt, dürfte kaum überraschen. Jakub Rokosz wollte allerdings nicht zu viel verraten: „Es ist schwierig, über dieses Motiv zu sprechen, ohne die Geschichte zu spoilern. Aber die künstlerische Seite, nicht nur von Rittersporn, sondern auch von Letten, ist ein sehr wichtiges Motiv in der Erweiterung.“

Das eröffnet einige interessante Möglichkeiten für den Soundtrack. Schließlich ist Musik für Rittersporn nicht einfach eine Leidenschaft, sondern ein wesentlicher Bestandteil seiner Persönlichkeit. Welche Verbindung zwischen seinen Liedern, seiner Herkunft und den Ereignissen der Erweiterung besteht, wollten die Entwickler noch nicht preisgeben. Gerade darin liegt aber einer der spannendsten Aspekte des neuen Soundtracks: Werden die Kompositionen lediglich die Reise begleiten oder tatsächlich etwas über Rittersporns Vergangenheit erzählen? Die bisherigen Aussagen der Entwickler deuten zumindest darauf hin, dass Musik und künstlerische Motive für diese Geschichte besondere Bedeutung besitzen.

Mehr als schöne Melodien: Auch der Sound bekommt ein Upgrade

Abseits der neuen Kompositionen wird auch technisch am Klang geschraubt. Miles Tost, Lead Level Designer bei CD Projekt Red, berichtete uns von zahlreichen Veränderungen, die gewissermaßen unter der Motorhaube stattfinden.

„Es gab eine Menge technischer Verbesserungen unter der Haube, die letztendlich die allgemeine Qualität der Audioverarbeitung innerhalb der Engine verbessern werden.“

Miles Tost, Lead Level Designer bei CD Projekt Red

Dabei verwies Tost insbesondere auf den räumlichen Klang. Die Verbesserungen an der Audioverarbeitung sollen dazu beitragen, das gesamte Klangerlebnis aufzuwerten. Wie deutlich sich diese Veränderungen letztendlich bemerkbar machen, bleibt abzuwarten. Konkrete technische Details oder einen direkten Klangvergleich mit dem Original lieferten die Entwickler während unseres Gesprächs nicht. Interessant ist dennoch, dass sich die Überarbeitung nicht allein auf Grafik, Gameplay und neue Inhalte beschränkt. Auch der Sound erhält technische Aufmerksamkeit.

Mit Songs of the Past steht die Musik vor einer interessanten Aufgabe: Sie muss die vertraute Klangwelt von The Witcher 3 aufgreifen und gleichzeitig eine neue, persönliche Geschichte erzählen. Dafür bringen die Entwickler bekannte musikalische Größen zurück und setzen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Entwicklungsbereichen.

Gerade die Geschichte rund um Rittersporn verspricht dabei einige interessante Möglichkeiten. Schließlich gibt es wohl kaum eine passendere Figur, um die Verbindung zwischen Musik und Storytelling noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Ob uns die neuen Kompositionen ebenso nachhaltig begleiten werden wie die Musik des Originals, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Wir sind jedenfalls gespannt, welche musikalischen Geheimnisse Rittersporns Vergangenheit noch bereithält. An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank, für das Gespräch!


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