
Geralt ist zurück – und schon die ersten Minuten von The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past fühlen sich erstaunlich vertraut an. Wir konnten einen ersten Blick auf Letten, neue Gegner, Geralts ungewöhnliche neue Waffe und das überarbeitete Kampfsystem werfen.
Ein Wiedersehen, das sofort nach Witcher aussieht
Es braucht erstaunlich wenig Zeit, bis dieses ganz bestimmte Gefühl wieder da ist. Geralt, eine Landschaft irgendwo zwischen malerisch und unheilvoll, kleine Geschichten am Wegesrand und das sichere Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke garantiert irgendetwas wartet, das Zähne hat.
Schon in den ersten Minuten unserer Session zu The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past wird diese beinahe poetische Schönheit sichtbar, die die Witcher-Spiele schon immer ausgezeichnet hat. Der Charme der älteren Abenteuer ist von Minute eins an wieder da. Und vielleicht ist genau das momentan die wichtigste Erkenntnis: Trotz aller Überarbeitungen fühlt sich Geralts Rückkehr nicht wie der Versuch an, The Witcher 3 plötzlich zu einem anderen Spiel zu machen.
Grafisch möchten wir nach dem bislang gezeigten Material noch kein endgültiges Urteil fällen. Dafür ist die Entwicklung schlicht noch nicht weit genug und bis zur für 2027 angekündigten Veröffentlichung bleibt Zeit. Atmosphärisch funktioniert Letten aber bereits hervorragend.
Rittersporn ist weg – natürlich ist Rittersporn weg
Diesmal verschlägt es Geralt nach Letten, der Heimat Rittersporns. Und der Barde schafft es erwartungsgemäß auch diesmal, Geralt Arbeit zu bescheren: Rittersporn ist verschwunden.
Auf dem Anwesen seiner Familie trifft der Hexer unter anderem auf Rittersporns Großmutter und dessen Cousine Lilla. Während die Familie ihre ganz eigene Sicht auf das Verschwinden des Barden hat, macht sich Lilla schließlich gemeinsam mit Geralt auf die Suche nach ihm.
Damit beginnt eine Geschichte, die schon früh wieder genau jene Mischung aus persönlicher Geschichte, Familiengeheimnissen und übernatürlichen Ereignissen verspricht, für die The Witcher 3 so gut funktioniert hat. Dass Letten dabei nicht einfach nur als neuer Hintergrund dient, sondern eng mit Rittersporns Vergangenheit verknüpft ist, macht den Schauplatz zusätzlich interessant.
Infos zum Spiel
- Release: 2027
- Plattform: PS5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch 2
- Entwickler: CD Projekt Red/Fool’s Theory
- Offizielle Website
Geralt kämpft sich (moderner) durch
Noch deutlicher fallen die Veränderungen beim Kampfsystem auf. Die parallel entwickelte Remastered-Überarbeitung von The Witcher 3 bringt unter anderem einen komplett neu gedachten Talentbaum und zahlreiche Anpassungen an Bewegung und Kämpfen mit sich.
Die Animationen wirkten in unserer Präsentation deutlich direkter und „snappiger“. Besonders das überarbeitete Targeting könnte dabei eine jener Änderungen werden, die auf dem Papier unspektakulär erscheinen, beim Spielen aber umso wichtiger sind. Gegner sollen zuverlässiger erfasst werden, wodurch Geralt seine Angriffe gezielter auf das aktuelle Ziel ausrichten kann.
Auch bei den Hexerzeichen gibt es Neuerungen. Zusammen mit den flüssigeren Animationen entsteht dadurch der Eindruck eines Kampfsystems, das seinen bekannten Kern behält, aber wesentlich unmittelbarer reagieren soll. Das ist keine komplette Neuerfindung – und das ist wahrscheinlich auch gut so. Vielmehr werden genau jene Stellen angefasst, an denen man The Witcher 3 sein Alter inzwischen am deutlichsten anmerkt.
The Witcher an der Kette
Eine der spannendsten Neuerungen von Songs of the Past ist Geralts Kette. Sie ergänzt Schwerter und Zeichen um eine Waffe, die sich besonders für Gegner eignet, die nicht unmittelbar vor dem Hexer stehen. In der Präsentation konnten wir sehen, wie Geralt mit ihr Gegner aus der Distanz attackiert beziehungsweise einzelne Ziele aus einer Gruppe herauszieht. Auch gezieltes Anvisieren ist möglich.
Gerade bei den neuen Schwärmern, die wir ebenfalls in Aktion gesehen haben, ergibt das Sinn. Statt sich einfach in eine komplette Gruppe zu stürzen, erhält Geralt damit zusätzliche Möglichkeiten, Gegner voneinander zu trennen oder auf Distanz zu kontrollieren.
Damit wirkt die Kette bislang weniger wie ein nettes neues Spielzeug und vielmehr wie eine tatsächliche Erweiterung des bestehenden Kampfsystems.
Neue Monster, bekannter Komponist
Natürlich wäre eine neue Witcher-Region ohne neue Monster nur halb so interessant. Unsere Session zeigte bereits mehrere bislang unbekannte Kreaturen, darunter die erwähnten Schwärmer.
Das Entscheidende ist dabei weniger ihre reine Anzahl als die Frage, ob sie Geralt auch spielerisch zu neuen Strategien zwingen. Die ersten Kämpfe deuten zumindest an, dass genau daran gearbeitet wurde: Neue Gegnertypen, die Kette, das veränderte Targeting und die überarbeiteten Animationen greifen ineinander.
Songs of the Past versucht damit nicht nur, noch einmal eine Geschichte mit Geralt zu erzählen. Es nutzt die Gelegenheit offenbar auch, das Spielgefühl von The Witcher 3 behutsam zu modernisieren. Für den markanten slavisch, mittelalterlichen Soundtrack wurde erneut Komponist Marcin Przybyłowicz ins Boot geholt.
Erster Eindruck:
Nach unserer ersten Session bleibt vor allem ein Gedanke hängen: Es fühlt sich wieder nach The Witcher an. Das klingt zunächst banal, ist nach so vielen Jahren aber wahrscheinlich das größte Kompliment. Letten verbindet wunderschöne Landschaften mit Melancholie und unterschwelliger Gefahr, während die Suche nach Rittersporn angenehm persönlich beginnt. Gleichzeitig wird nicht einfach nur mehr The Witcher 3 geboten. Überarbeitetes Kampfsystem, neuer Talentbaum, neue Gegner und Geralts Kette modernisieren das bekannte Spielgefühl sinnvoll. Grafisch ist ein Urteil noch zu früh – atmosphärisch hat uns Songs of the Past aber schon nach wenigen Minuten wieder auf den Pfad zurückgeholt.







