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The Last Gas Station
Copyright: Alawar

Tanken, Regale auffüllen und Kunden abkassieren klingt zunächst nach überschaubarem Alltag. The Last Gas Station macht daraus jedoch eine charmante Cozy-Simulation mit hübscher Pixelgrafik, überraschend viel Beschäftigung und einer Geschichte, die neugierig macht.


An der letzten Tankstelle der Welt gibt es seit dem 6. August 2026 noch etwas mehr zu tun. Mit einem kostenlosen Content-Update hat Alawar (u.a. Beholder, Distrust) eine Kamera ins Spiel gebracht, die zunächst gefunden und repariert werden muss. Anschließend können die unterschiedlichen Fahrzeuge fotografiert und in einem Album gesammelt werden. Seltene Autos bringen zusätzliche Belohnungen, außerdem wurden neue Fahrzeugvarianten, Lackierungen und weitere Anpassungsmöglichkeiten ergänzt.

Die letzte Zapfsäule macht Arbeit

Ein schöner Anlass also, noch einmal einen genaueren Blick auf The Last Gas Station zu werfen. Denn bereits ohne Kamera steckt in der vermeintlich simplen Tankstellen-Simulation deutlich mehr, als wir zunächst erwartet hätten.

Die Ausgangslage ist schnell erklärt: In einer Welt, in der Elektroautos längst dominieren, übernehmen wir eine alte Tankstelle samt kleinem Shop mitten in der Wildnis. Der vorherige Besitzer ist unter mysteriösen Umständen verschwunden – und genau diesem Geheimnis kommen wir im Verlauf langsam näher.

Infos zum Spiel

Dabei wirft uns das Spiel erfreulicherweise nicht sofort ins kalte Wasser. Wo Spiele wie Stardew Valley, Spirittea oder auch Discounty zu Beginn durchaus mit Möglichkeiten um sich werfen können, nimmt sich The Last Gas Station mehr Zeit. Neue Aufgaben und Mechaniken kommen Stück für Stück dazu. Das sorgt dafür, dass wir uns erst einmal mit der Tankstelle vertraut machen können, bevor der Arbeitsalltag umfangreicher wird.

Und der hat es durchaus in sich.

Genau dieser zunehmende Umfang ist Fluch und Segen zugleich. The Last Gas Station lässt sich grundsätzlich wunderbar als Cozy-Game spielen. Die hübsche Pixelgrafik, das abgelegene Setting und viele der alltäglichen Routinen besitzen etwas angenehm Entschleunigendes.

Wenn gleichzeitig Kunden warten, Regale leer sind und irgendwo noch Arbeit liegen geblieben ist, kann es aber auch überraschend hektisch werden. Wer unter „Cozy“ ausschließlich stressfreies Dekorieren und Herumlaufen versteht, dürfte stellenweise etwas überrascht sein. Uns gefällt gerade diese Mischung jedoch ziemlich gut. Das Spiel verlangt Aufmerksamkeit, ohne daraus eine knallharte Wirtschaftssimulation zu machen. Zudem sorgen die nach und nach freigeschalteten Möglichkeiten dafür, dass sich der Arbeitsalltag entwickelt und nicht permanent aus denselben zwei Handgriffen besteht.

Inzwischen hat Alawar beispielsweise auch Angeln und zusätzliche Automatisierungsmöglichkeiten ergänzt. Katzen-Helfer können bei verschiedenen Arbeiten unterstützen, während automatische Bestellungen später einen Teil der täglichen Routine abnehmen.

Nachts ist etwas anders

Doch The Last Gas Station ist eben nicht nur eine Simulation über das Auffüllen von Chipsregalen. Besonders gut gefällt uns die Geschichte, die neben dem normalen Tankstellenbetrieb immer wieder durchscheint.

Warum ist der vorherige Besitzer verschwunden? Was stimmt mit diesem Ort nicht? Und weshalb sollte man nachts besser nicht vor die Tür gehen?

nice to know

Der Soundtrack von The Last Gas Station ist auch separat erhältlich. Komponist Deallry hat insgesamt 17 Tracks beigesteuert. Einige Titel spielen dabei sogar mit bekannten Begriffen und Popkultur – etwa „Fuel Walk with Me“ oder „The Supply Must Flow“.

Das Spiel beantwortet diese Fragen nicht sofort, sondern baut sein Mystery-Element langsam auf. Dadurch entsteht ein schöner Kontrast zur niedlichen Pixeloptik und dem eigentlich recht gemütlichen Arbeitsalltag. Gerade weil uns The Last Gas Station nicht permanent mit seiner Geschichte bombardiert, bleiben die kleinen Hinweise interessant und motivieren dazu, weiterzumachen.

Zwischen entspannter Schicht und Mystery-Stimmung

Auch musikalisch funktioniert dieser Wechsel. Der von Deallry komponierte Soundtrack umfasst 17 Stücke und begleitet sowohl den normalen Tankstellen-Alltag als auch die deutlich mysteriöseren Momente des Spiels.

Die Musik drängt sich dabei nicht permanent in den Vordergrund. Gerade während der normalen Arbeit entsteht vielmehr eine angenehm ruhige Klangkulisse, die gut zur Pixeloptik und dem Cozy-Charakter passt. Interessanter wird es, wenn sich die Stimmung verändert: Dann darf auch der Sound etwas merkwürdiger und unruhiger werden und unterstützt damit den Kontrast zwischen gemütlicher Simulation und Mystery-Geschichte.

Hinzu kommen die Geräusche des Tankstellenbetriebs selbst. Fahrzeuge kommen und gehen, die Kasse arbeitet und rund um den Shop entsteht eine kleine akustische Geschäftigkeit. Das aktuelle Kamera-Update brachte darüber hinaus weitere Verbesserungen an Musik und Sound mit.

Noch lange nicht Feierabend

Und Alawar scheint mit der Tankstelle noch nicht fertig zu sein. Seit dem Release am 28. April 2026 wurde das Spiel bereits mehrfach erweitert. Neben Angeln kam zuletzt die Fotografie hinzu. Laut den aktuellen Plänen sollen weitere Updates folgen – darunter auch ein Koop-Modus sowie ein größeres Winter-DLC. Konkrete Termine dafür wurden bislang nicht genannt.

Das macht die Entwicklung durchaus spannend. Denn The Last Gas Station besitzt bereits jetzt genug unterschiedliche Aufgaben, um nicht nur als kleiner „Zapfsäulen-Simulator“ durchzugehen. Weitere Aktivitäten können diesem Konzept besonders dann guttun, wenn sie sich ähnlich natürlich in den bestehenden Alltag einfügen.

Fazit:

The Last Gas Station hat uns positiv überrascht. Hinter der hübschen Pixelgrafik steckt eine kleine, aber erstaunlich umfangreiche Management-Simulation, die ihre Mechaniken angenehm langsam einführt. Tanken allein wäre auf Dauer sicherlich zu wenig – doch Regale, Kasse, Reinigung, Warenbestellungen und die stetige Weiterentwicklung der Station sorgen für genügend Beschäftigung. Ganz entspannt geht es dabei nicht immer zu. Gerade wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen, kann der Tankstellen-Alltag durchaus fordernd werden. Gleichzeitig macht genau das den Ausbau sinnvoll und verhindert monotone Abläufe. Besonders gelungen finden wir jedoch die Mystery-Geschichte, die sich langsam zwischen die täglichen Routinen schiebt. Sie gibt dem Spiel eine eigene Identität und sorgt dafür, dass wir nicht nur wissen wollen, wie unsere Tankstelle morgen aussieht, sondern auch, was an diesem merkwürdigen Ort eigentlich passiert ist.


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