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Metro 2039
Metro 2039 – Copyright: 4A Games

Unser erster Ausflug in das postapokalyptische Moskau zeigte sich atmosphärisch enorm stark – und erinnerte angenehm daran, warum diese Reihe unter Tage immer noch am besten funktioniert. Willkommen in Metro 2039!


Ein paar Schritte durch einen dunklen Tunnel reichen eigentlich schon. Irgendwo flackert eine Lampe, Metall knarzt, Stimmen hallen durch die Metro und plötzlich fühlt es sich wieder erstaunlich vertraut an. Nicht gemütlich, wohlgemerkt. Gemütlichkeit ist in der Welt von Metro schließlich ein eher dehnbarer Begriff. Aber vertraut. Metro 2039 schafft in unserer Anspielsession ziemlich schnell genau das, worauf es für die Reihe ankommt: Man möchte eigentlich nicht tiefer in diese Tunnel hinein – und tut es trotzdem.

Der neue Teil spielt, wenig überraschend, im Jahr 2039 und führt zurück in das postapokalyptische Moskau. Sechs Jahre nach den Ereignissen des ersten Spiels steht diesmal der sogenannte Stranger im Mittelpunkt. Hunter hat die Bewohner der Metro inzwischen unter seinem Novoreich-Regime vereint, während der Stranger aus seinem Exil zurück in jene Tunnel gezwungen wird, die er eigentlich nie wieder betreten wollte. Die Geschichte entstand erneut in Zusammenarbeit mit Metro-Autor Dmitry Glukhovsky.

Zuhause ist da, wo die Luft besonders schlecht ist

Die Rückkehr unter die Erde tut Metro 2039 ausgesprochen gut. Schon während unserer relativ kurzen Session entwickelte sich wieder jene bedrückende Mischung aus Enge, Unsicherheit und seltsamer Vertrautheit, die bereits frühere Teile ausgezeichnet hat. Die Tunnel wirken bedrohlich, gleichzeitig entstehen zwischen all dem Rost, Beton und improvisierten Leben immer wieder fast heimelige Momente.

Menschen sitzen zusammen, Stimmen dringen aus den Ecken und für einen kurzen Augenblick vergisst man beinahe, dass ein paar Meter weiter vermutlich irgendetwas mit zu vielen Zähnen darauf wartet, einem den Tag zu ruinieren. Genau dieser Kontrast funktioniert erneut hervorragend. Metro lebt nicht nur von Monstern oder dunklen Gängen, sondern von der Vorstellung, dass Menschen in dieser ziemlich kaputten Welt irgendwie weiterleben. 4A Games spricht selbst von kleinen, über die Umgebung erzählten Geschichten, die sich durch Gegenstände, Leichen und Details zusammensetzen lassen. In der spielbaren Fassung war bereits spürbar, wie wichtig diese Welt wieder für die Atmosphäre werden dürfte.

Infos zum Spiel

  • Release: 4. Februar 2027
  • Plattform: PS5, Xbox Series X|S, PC
  • Entwickler: 4A Games
  • Offizielle Website

Schleichen, schießen, irgendwie überleben

Spielerisch fühlt sich Metro 2039 ebenfalls schnell vertraut an. Besonders an der Oberfläche wird wieder vorsichtiger vorgegangen. Deckung suchen, Umgebung beobachten, Gegner umgehen und überlegen, ob eine direkte Konfrontation wirklich die cleverste Idee ist.

Spoiler: meistens vermutlich nicht.

Ganz wehrlos ist der Stranger allerdings keineswegs. Die Waffen hinterließen in unserer Session einen angenehm wuchtigen Eindruck und das eigentliche Gunplay machte bereits ordentlich Spaß. Damit bleibt die bekannte Spannung erhalten: Metro gibt einem durchaus mächtige Werkzeuge in die Hand, sorgt aber trotzdem dafür, dass man sich selten wirklich mächtig fühlt.

Unsere ersten Gefechte waren teilweise sogar überraschend knackig. Wer die Reihe kennt, dürfte darüber allerdings kaum erschrocken sein. Metro war noch nie besonders daran interessiert, Spieler permanent an die Hand zu nehmen und ihnen anschließend für jeden überstandenen Raum ein Fleißkärtchen auszuhändigen.

Die Mischung aus Stealth, Erkunden, Survival und direktem Kampf soll auch diesmal den spielerischen Kern bilden.

Moskau kann auch 2039 noch verdammt gut aussehen

Technisch machte die präsentierte Version ebenfalls einiges her. Besonders Beleuchtung, Schatten und die Detaildichte der Umgebungen tragen enorm zur Atmosphäre bei. Dunkelheit ist hier eben nicht einfach nur fehlendes Licht, sondern ein ziemlich effektives Spielelement.

Das passt dazu, dass Metro 2039 laut 4A Games als erster Teil der Serie von Grund auf für Raytracing entwickelt wurde. Für PS5, PS5 Pro und Xbox Series X ist zudem ein Performance-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde inklusive Raytracing angekündigt.

Wichtiger als die reine Technik ist allerdings, was das Spiel daraus macht. Und genau hier sah unsere Session schon verdammt gut aus. Die unterirdischen Bereiche wirken dicht und beklemmend, während die Oberwelt wieder jene zerstörte Schönheit besitzt, die hervorragend zum melancholischen Grundton der Reihe passt.

nice to know

Metro 2039 ist der vierte Hauptteil der Reihe und entsteht erneut bei 4A Games. Die Handlung wurde gemeinsam mit Metro-Autor Dmitry Glukhovsky entwickelt. Im Mittelpunkt steht erstmals der Stranger, während der aus früheren Teilen bekannte Hunter eine zentrale Rolle in der neuen Ordnung der Metro übernimmt.

Wenn die Metro auch akustisch wieder lebt

Mindestens genauso wichtig ist bei Metro allerdings das, was man nicht sieht. Das Sounddesign arbeitete während unserer Session hervorragend mit der Umgebung zusammen. Entfernte Geräusche, Schritte, Waffen und Stimmen sorgten dafür, dass selbst vermeintlich ruhige Passagen selten vollkommen entspannt wirkten. Gerade in den Tunneln hilft dieser Klangteppich enorm dabei, die Welt glaubwürdig wirken zu lassen.

Besonders positiv fielen zudem die Sprecher auf. Die Dialoge wirkten bereits sehr überzeugend und trugen dazu bei, dass die ruhigeren Szenen nicht einfach nur Wartezeit zwischen zwei Kämpfen waren. Gerade weil Metro 2039 erneut stark auf eine inszenierte Einzelspieler-Geschichte setzt, könnte das noch ziemlich wichtig werden.

Ein vertrauter Weg in eine neue Metro

Nach unserer ersten Session versucht Metro 2039 offensichtlich nicht, die eigene DNA komplett umzubauen – und das muss es auch gar nicht. Stattdessen wirkt es bislang wie eine Rückbesinnung auf jene Elemente, die diese Reihe stark gemacht haben: enge Tunnel, eine glaubwürdige Welt, vorsichtiges Erkunden, harte Gefechte und diese eigentümliche Mischung aus Hoffnung und völliger Trostlosigkeit.

Das Metro-Gefühl war jedenfalls erstaunlich schnell wieder da. Und manchmal ist genau das die beste Nachricht.

Ersteindruck

Metro 2039 brauchte während unserer Session nur wenige Minuten, um dieses ganz eigene Gefühl der Reihe wieder hervorzuholen. Die engen Tunnel sind beklemmend, gleichzeitig besitzen die bewohnten Bereiche fast etwas Heimeliges. Grafik und Sound sorgen bereits für eine enorm dichte Atmosphäre, die Sprecher überzeugten ebenfalls. Spielerisch funktioniert die Mischung aus Schleichen, Erkunden und angenehm wuchtigen Waffen weiterhin hervorragend. Manche Kämpfe waren bereits ziemlich knackig – aber mal ehrlich: Das wäre nicht Metro, wenn die Reise durch Moskau plötzlich zum entspannten Sonntagsspaziergang würde.


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