·
Alien: Isolation 2
Alien Isolation 2 – Copyright: SEGA

Das Xenomorph ist zurück – und mit ihm das unangenehme Gefühl, dass jeder falsche Schritt der letzte sein könnte. Alien: Isolation 2 setzt erneut auf Schleichen, Verstecken und permanente Anspannung. Wir haben uns dem Alien gestellt.


Ein Geräusch im Lüftungsschacht. Schritte irgendwo hinter der nächsten Wand. Und plötzlich wird aus dem eigentlich simplen Weg durch einen Korridor eine erstaunlich komplizierte Angelegenheit. Weiterlaufen? Verstecken? Oder doch noch einmal hektisch den Pausen-Button drücken? Dabei sind wir diesmal nicht als Amanda Ripley unterwegs: Einige Monate nach den Ereignissen des ersten Teils übernimmt die Weyland-Yutani-Mitarbeiterin Blake die Hauptrolle. Eine Erkundungsmission auf einem abgelegenen Kolonieplaneten und das Wrack eines mysteriösen Fluggeräts sorgen allerdings recht schnell dafür, dass aus wissenschaftlicher Neugier ein ziemlich handfestes Überlebensproblem wird.

Alien: Isolation 2 braucht nicht lange, um an jene unangenehme Grundstimmung zu erinnern, die schon den Vorgänger ausgezeichnet hat. Das Alien ist zurück – und gewinnen kann man gegen dieses Ding weiterhin nicht.

Mehr als zehn Jahre nach Alien: Isolation setzt der Nachfolger erneut auf genau jene Stärke, mit der Creative Assembly damals überraschte: Das Alien ist kein gewöhnlicher Gegner, sondern eine permanente Bedrohung. Wer hier auf einen actionreichen Shooter im Stil mancher früherer Alien-Spiele hofft, dürfte entsprechend schnell feststellen, dass Mut allein kein besonders zuverlässiger Überlebensplan ist.

Im All hört dich wieder niemand schleichen

Schon der erste Teil orientierte sich deutlich stärker an Ridley Scotts ursprünglichem Alien als an der späteren Actionausrichtung von Aliens. Enge Räume, wenig Sicherheit und dieses ständige Gefühl, dass irgendwo etwas lauert, das besser nicht wissen sollte, wo man gerade steckt.

Genau dieses Prinzip funktioniert auch im Nachfolger wieder erstaunlich gut. Die Atmosphäre ist dicht, das Spiel behandelt seine Vorlage mit dem nötigen Respekt und verzichtet bislang darauf, das Xenomorph zur wandelnden Zielscheibe zu degradieren. Stattdessen heißt es beobachten, Wege abpassen und im richtigen Moment lieber einmal zu viel verschwinden als einmal zu wenig. Es ist aber auch nicht immer einfach in den düsteren Orten die Orientierung zu behalten und so läuft man manchmal etwas im Kreis.

Infos zum Spiel

  • Release: 2027
  • Plattform: PS5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch 2
  • Entwickler: Creative Assembly
  • Offizielle Website

Leicht wird Alien: Isolation 2 somit offenbar nicht. Bereits während unserer ersten Anspielsession wurden Fehler ziemlich konsequent bestraft – inklusive einiger durchaus fieser Todesanimationen. Das Alien bleibt damit genau das, was es sein sollte: kein Endgegner mit Lebensbalken, sondern ein Problem, das man möglichst gar nicht erst lösen muss.

Bekanntes Monster, alte Nervosität

Gerade deshalb funktioniert die Anspannung erneut hervorragend. Man weiß eigentlich, was passieren kann. Vielleicht sogar gerade deswegen schaut man ständig über die Schulter.

Interessanterweise war ausgerechnet der erste richtige Auftritt des Aliens für uns weniger wirkungsvoll als noch im Vorgänger. Dort gehörte die Begegnung mit dem Xenomorph zu jenen Momenten, in denen Alien: Isolation seine Karten sehr bewusst und langsam auf den Tisch legte. Der Nachfolger konnte bei unserer Session diesen besonderen ersten Schrecken nicht ganz reproduzieren. Das ist allerdings Meckern auf atmosphärisch ziemlich hohem Niveau. Sobald das Alien tatsächlich unterwegs ist, funktioniert das alte Katz-und-Maus-Spiel wieder.

Alien: Isolation 2 und der Sound mit Sahnehaube

Einen großen Anteil an der Wirkung hat erneut die akustische Seite. Geräusche aus Schächten, entfernte Bewegungen und das mechanische Brummen der Umgebung sorgen dafür, dass man ständig glaubt, irgendetwas gehört zu haben. Der Soundtrack hält sich dabei angenehm zurück und drängt sich nicht permanent in den Vordergrund. Stattdessen unterstützt er die Spannung punktuell und lässt der Geräuschkulisse genügend Raum. Gerade in einem Spiel, in dem Hören beinahe genauso wichtig ist wie Sehen, funktioniert das bislang ausgesprochen gut.

„Unsere Sound-Designer haben echte Regentropfen aufgenommen“ – Creative Assembly

Reicht Verstecken allein?

Genau hier liegt allerdings auch die entscheidende Frage für das gesamte Spiel. Schon bei unserem damaligen Ersteindruck zu Alien: Isolation war offen, ob Leveldesign und Aufgaben langfristig genügend Abwechslung bieten würden. Denn selbst die beste Atmosphäre nutzt sich ab, wenn sich jede Situation irgendwann auf „verstecken, warten, weiterlaufen“ reduzieren lässt.

Alien: Isolation 2 muss deshalb beweisen, dass es nicht nur die Stärken seines Vorgängers reproduzieren, sondern dessen Grundidee spielerisch weiterentwickeln kann. Story, Begegnungen und Aufgabenstruktur dürften dabei mindestens ebenso wichtig werden wie das Alien selbst.

Ersteindruck

Alien: Isolation 2 knüpft atmosphärisch genau dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Das Xenomorph bleibt eine nicht zu bezwingende Bedrohung, Fehler werden schnell und teilweise ziemlich fies bestraft. Der erste Auftritt des Aliens zündete bei uns zwar weniger stark als damals, die Anspannung ließ während der Session trotzdem kaum nach. Entscheidend wird sein, ob Story und Spielmechanik langfristig genug Abwechslung bieten.


Verwandte Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert