GameOne und der Grimme Online Award

Endlich geschafft! Obwohl…nein, irgendwie doch nicht. Oder? Ich bin etwas verunsichert. Als ich gestern im Live-Stream die Verleihung des Grimme Online Awards und die dazu veröffentlichten Tweet lass, war ich etwas ernüchtert. Wieder ging kein Jurypreis an GameOne. Aber DANN: Endlich! Den Publikumspreis konnte GameOne mit nach Hause nehmen. Überfällig war das eigentlich schon länger, aber wie es so schön in einer Rede hieß: Qualität setzt sich durch und wenn nicht beim ersten, dann beim zweiten, oder dritten, oder vierten, oder, oder…

Ja, Qualität, die erkannte die Jury GameOne nicht an. Aber dafür das Publikum, auf die kommt es ja auch irgendwie an. Ich beglückwünsche meine ehemaligen Kollegen und deshalb schreibe ich auch hier. Auch wenn es nichts mit Musik zu tun hat, aber GameOne ist ein wichtiger Bestandteil der Akzeptanz von Medienberichterstattungen über Videospiele. Einem Kulturgut btw. Was Simon und Budi zusammen mit Pepper und dem restlichen Team auf die Beine gestellt haben, war super. Die Website ein hartes Projekt und ich beneide Pepper für seine ständige Ruhe dabei.

Wenn ich allerdings sehe, dass ein Publikumspreis auf der offiziellen Seite von Grimme Online nur mit einem Satz bemerkt wird, dann muss ich tatsächlich noch einmal nachsehen, wie lange diese Verleihung bereits besteht. Weniger als 2 Jahre? Dann verzeihe ich diesen Ausrutscher…oh, seit 2001, ok, dann hätte ich mir a) bessere Vorbereitung von der Moderation gewünscht und b) ein paar nette Sätze mehr über GameOne auf der offiziellen Seite.

Die Moderatorin, war leider absolut nicht auf der Höhe: Amelie Fried weiß doch eigentlich wie man sich auf Preisverleihungen verhält, immerhin war sie doch schon auf einigen. Dabei ging es eigentlich gut los. Bis dann die Frage nach dem Ruf von Spielen kam. Sie müsse sie stellen, sagte Frau Fried – stand wohl nichts anderes mehr auf der Karte. „Spiele haben nicht so einen guten Ruf, weil es viele schlechte Spiele gibt, viele Ballerspiele, Ego-Shooter und dumme Spiele. Wie hoch ist der Anteil dieser Spiele bei euch auf der Plattform?“

Wie man so etwas fragen kann werde ich wohl nie ganz nachvollziehen  können. Da gewinnt einer einen Preis weil er eine Diskussions- und Wertungsplattform über Videospiele hat und wird gefragt, wie hoch der Anteil an „bösen“ Ballerspielen (wir verallgemeinern die ja generell) ist. Äh? Joa, nicht jeder Shooter ist schlecht und blöd und gerade dafür sind Rezensionsportale ja eigentlich da, um diesen Unterschied darzustellen und das ist bei Spielen doch genauso wichtig wie bei Filmen z.B. Oder lassen wir demnächst auch Action-Filme aus weil die auch zu 70 Prozent eher Müll sind?

Die Abstimmung des Publikums als „Schwarmintelligenz“ zu bezeichnen (also die Intelligenz der Masse) wirkte in diesem Zusammenhang auch eher negativ. Getreu dem Motto: Die Qualität hat nicht gesiegt, sondern nur die Masse, die sich mitziehen lässt.  Ob das bei einer Jurywertung auch angebracht wäre?

Egal, Glückwunsch an alle vor Ort und wir freuen uns ein Teil dieses Kulturgutes zu sein. Vielleicht gewinnt ICO-Radio ja auch irgendwann mal…

Kleiner Nachtrag: Punkt b) wurde mittlerweile angemessen korrigiert.



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2 Kommentare

  1. Julian Denzel Juni 26, 2011 4:25 pm  Antworten

    Im Grunde hat GameOne, damals eben noch als GIGA Games zusammen mit dem restlichen GIGA.de einen Jurypreis des Grimme Online Awards 2001 gewonnen.

    Insofern geht der es auch in Ordnung, dass es diesmal (nur) zum Publikumspreis reichte

  2. Alex Juni 26, 2011 3:22 pm  Antworten

    Sehr guter Kommentar!

    Es war ja schon eine Überraschung, dass die Sendung damals überhaupt nominiert wurde. Dass der Online-Auftritt auch eine Nominierung bekommen hat zeigt auf jeden Fall guten Willen seitens der Jury, auch wenn die Websites für Kinder und Reiseberichte wohl relevanter und wichtiger sind als einer der besten deutschen Seiten zum Thema Gaming…

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